{"id":8751,"date":"2026-08-30T01:46:01","date_gmt":"2026-08-29T20:16:01","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.phedmz.in\/index.php\/2026\/08\/30\/eigener-blog-vorhaben-leute-mittel\/"},"modified":"2026-08-30T01:46:01","modified_gmt":"2026-08-29T20:16:01","slug":"eigener-blog-vorhaben-leute-mittel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.phedmz.in\/index.php\/2026\/08\/30\/eigener-blog-vorhaben-leute-mittel\/","title":{"rendered":"Eigener Blog | Vorhaben, Leute &amp; Mittel"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Diese Seite ist keine Werbebrosch\u00fcre, sondern ein aufrichtiger Werkstattbericht <a href=\"https:\/\/manueltornare.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/manueltornare.ch\/<\/a>. In meiner Rolle als Politiker und Vize-Ressortleiter t\u00e4tige ich Entscheidungen, die Vertrauen schaffen oder verspielen k\u00f6nnen. Skepsis gegen\u00fcber Institutionen steigt \u2013 aus diesem Grund bedarf es neue Formen der Transparenz. Hier stelle ich dar, an welchen Projekten ich t\u00e4tig bin, mit wem ich im Austausch bin und welche Quellen ich heranziehe. Das Anliegen ist, Politik anschaulich und nachvollziehbar zu pr\u00e4sentieren, nicht durch Show, sondern durch Transparenz. Leser erkennen, wie aus einem Vorschlag eine Initiative entwickelt wird, welche Schwierigkeiten auftauchen und wer beteiligt war. Darauf kommt es an: Initiativen, Menschen und Quellen in einen dauerhaften Austausch zu setzen.<\/p>\n<h2>1. Das Blog als politisches Arbeitsinstrument begreifen<\/h2>\n<p>Die traditionelle politische \u00d6ffentlichkeitsarbeit entspricht vielfach einem Sendermodell: Eine Parteif\u00fchrung bzw. ein Abgeordneter verbreitet ausgearbeitete Mitteilungen, und die B\u00fcrger akzeptiert sie oder lehnt sie ab. Diese Herangehensweise erreicht seine Grenzen, da es die Nuancen vernachl\u00e4ssigt, die f\u00fcr eine gut informierte Meinungsbildung ausschlaggebend sind. Meinen Blog verstehe ich daher als Instrument des aktuellen Arbeitsablaufs. Er h\u00e4lt fest nicht nur Resultate, sondern auch den Prozess \u2013 mit Abstechern und \u00fcberraschender Kehrtwendungen. Falls ich beispielsweise an einer parlamentarischen Initiative zur Digitalisierung der Verwaltung arbeite, umrei\u00dfe ich hier die Ausgangslage, nenne die M\u00e4ngel des gegenw\u00e4rtigen Systems und stelle die Positionen der angeh\u00f6rten Fachleute vor. Auf diese Weise k\u00f6nnen Leserinnen und Leser die Komplexit\u00e4t eines Vorhabens nachvollziehen und verstehen, warum sich bestimmte L\u00f6sungen durchsetzen und andere nicht gelingen.<\/p>\n<p>Diese Transparenz bringt einen handfesten Nutzen f\u00fcr die demokratische Kontrolle. Weil ich fr\u00fchzeitig offenlege, mit welchen Akteuren ich mich austausche und welche Argumente ich gewichte, wird eine sp\u00e4tere \u00dcberpr\u00fcfung meiner Positionen m\u00f6glich. Wer den Blog regelm\u00e4ssig liest, kann erkennen, ob ich konsistent argumentiere oder ob ich meine Haltung unter dem Druck von Lobbygruppen ver\u00e4ndere. Das schafft eine Form von \u00d6ffentlichkeit, die \u00fcber die Momentaufnahme einzelner Medienberichte hinausgeht. Der Blog wird so zu einem Ged\u00e4chtnis des politischen Prozesses, auf das ich mich selbst auch immer wieder beziehe \u2013 eine Art externes Gewissen, das mir hilft, meine eigene Arbeit kritisch zu reflektieren und blinde Flecken zu erkennen.<\/p>\n<h3>Aus welchem Grund Echtzeitdokumentation der Inszenierung \u00fcberlegen<\/h3>\n<p>Viele Berater empfehlen, Botschaften streng zu kontrollieren und nur vollst\u00e4ndig ausformulierte Positionen zu publizieren. Doch diese Strategie schafft eine sterile Perfektion, die Misstrauen eher f\u00f6rdert als abbaut. Ich setze bewusst auf Echtzeitdokumentation, die den Arbeitsalltag so abbildet, wie er ist. Dazu z\u00e4hlen kurze Notizen nach einer Sitzung, ein ungefilterter Gedanke zu einem Gesetzesentwurf oder der Hinweis auf einen Widerspruch, den ich noch nicht l\u00f6sen kann. Gerade das Unfertige signalisiert, dass Politik ein dynamisches Feld ist und kein starres Regelwerk. Leser sch\u00e4tzen diese Ehrlichkeit, weil sie die menschliche Seite des Mandats sichtbar macht. Nat\u00fcrlich gibt es Grenzen, etwa bei vertraulichen Verhandlungen \u2013 aber in der Regel gilt: Was ich denke, bevor die Entscheidung f\u00e4llt, ist f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis oft bedeutender als die nachtr\u00e4gliche Begr\u00fcndung.<\/p>\n<h2>3. Personen im Zentrum: Netzwerke, Treffen und Blickwinkel<\/h2>\n<p>Politische Arbeit ist ein Gesch\u00e4ft der Beziehungen. Das erscheint in gesellschaftlichen Debatten h\u00e4ufig negativ, doch in Wirklichkeit ist der Kontakt mit Menschen die Fundament jeder stabilen Entscheidung. In diesem Blog schenke ich den Menschen, mit denen ich gemeinsam arbeite, einen Ausdruck und ein Bild. Ich skizziere Fachleute aus Verwaltung und Wissenschaft, pr\u00e4sentiere junge Nachwuchskr\u00e4fte vor, die innovativen Wind in die Gremien bringen, und erz\u00e4hle von Treffen mit Einwohnern, deren Erfahrungen im Alltag mich besonders gepr\u00e4gt haben. Ziel ist es, die Vielfalt der Standpunkte zu veranschaulichen, die in ein Gesetzgebungsprojekt einfliessen. Denn allzu h\u00e4ufig verengt die presseseitige Berichterstattung politisches Handeln auf einige wenige bekannte K\u00f6pfe und verschweigt die umfangreiche Grundlage an Expertenwissen und Hingabe.<\/p>\n<p>Die Profile auf meinem Blog gehorchen keinem festen Muster. Mal steht die fachspezifische Sachkenntnis im Mittelpunkt, mal die individuelle Motivation, warum sich jemand f\u00fcr ein konkretes Sachgebiet stark macht. Wichtig ist mir, dass die Leser verstehen, wie verschieden die Herangehensweisen zu einem Thema sein k\u00f6nnen. Eine P\u00e4diaterin argumentiert beim Bereich Politik f\u00fcr Familien anders als ein Finanz\u00f6konom. Dadurch, dass ich diese Mannigfaltigkeit abbilde, m\u00f6chte ich Vorurteile \u00fcberwinden und zeigen, dass publizistische Positionen nicht einfach in \u00abzutreffend\u00bb und \u00abfalsch\u00bb zerfallen. Der Blog entwickelt sich so zu einer Forum, die kognitive Wissbegier honoriert und das Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen f\u00fcr abweichende Ansichten st\u00e4rkt.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Fachgespr\u00e4che:<\/strong> H\u00e4ufige Gespr\u00e4che mit Spezialisten aus Akademie und Praxis, die vielschichtige Sachverhalte begreifbar darlegen.<\/li>\n<li><strong>B\u00fcrgergespr\u00e4che:<\/strong> Begegnungen vor Ortsebene, die tats\u00e4chliche Folgen von Rechtsvorschriften auf den Alltag sichtbar aufzeigen.<\/li>\n<li><strong>Kollegiales Netzwerk:<\/strong> Perspektiven in die Zusammenarbeit mit anderen Volksvertretern, \u00fcber Parteilinien hinweg.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>5. Die Architektur eines seri\u00f6sen Blogs: Substanz statt Stil<\/h2>\n<p>Ein privater Blog, der Vertrauen und Offenheit schaffen m\u00f6chte, braucht eine durchdachten Aufbau. Damit meine ich nicht das optische Erscheinungsbild, sondern die interne Logik, wie Beitr\u00e4ge entstehen, miteinander verbunden werden und sich \u00fcber die Zeit entwickeln. Auf meinem Blog setze ich auf vier zentrale Elemente: eine klare thematische Gliederung, datierte Beitragsketten, offene Aktualisierungshinweise und eine konsequente Verlinkungskultur. Die thematische Gliederung folgt nicht den Zust\u00e4ndigkeiten eines Ministeriums, sondern an den Fragen, die mich bewegen: Wie festigen wir den sozialen Zusammenhalt? Wie reformieren wir die Demokratie? Welche Infrastruktur ben\u00f6tigen zuk\u00fcnftige Generationen? Jeder Post ist einem dieser Themen zugeordnet, sodass ein thematisches Netz entsteht, das Leser durch unterschiedliche Facetten einer Frage leitet.<\/p>\n<p>Datierte Artikelfolgen stellen das Ger\u00fcst meines Blogs dar. Wenn ich mich \u00fcber Monate oder Jahre mit einem Thema besch\u00e4ftige, verlinke ich die einzelnen Beitr\u00e4ge untereinander und weise auf den aktuellen Stand hin. Leser k\u00f6nnen auf diese Weise die Entwicklung nachvollziehen und verstehen, wann sich meine Sichtweise gewandelt hat. Aktualisierungshinweise wiederum dokumentieren, wenn ein \u00e4lterer Beitrag \u00fcberarbeitet oder erg\u00e4nzt wurde. Dies ist bedeutsam, weil sich in der Politik die Fakten ver\u00e4ndern, und was gestern richtig war, kann heute irref\u00fchrend sein. Eine solche Korrekturkultur ist in der Blogosph\u00e4re selten, aber f\u00fcr ein politisches Tagebuch unverzichtbar. Es beweist, dass der Autor sich der Vorl\u00e4ufigkeit allen Wissens bewusst ist.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Verschlagwortung:<\/strong> Jeder Artikel wird mit mehreren Schlagworten versehen, die \u00fcber die reine Zuordnung zu einem Thema hinausgehen und Querverbindungen sichtbar machen.<\/li>\n<li><strong>F\u00fchrung der Leser:<\/strong> Am Ende ausf\u00fchrlicherer Artikel finden sich konkrete n\u00e4chste Schritte: Verweise auf weiterf\u00fchrende Artikel, Hinweise auf laufende Vernehmlassungen oder Einladungen zu Diskussionsveranstaltungen.<\/li>\n<li><strong>Archiv:<\/strong> Ein chronologisches Archiv erlaubt es, die Entwicklung meiner Arbeit \u00fcber Jahre zur\u00fcckzuverfolgen.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>2. Projekte sichtbarer gestalten: Aus der abstrakten Vorstellung zur messbaren Auswirkung<\/h2>\n<p>Politische Projekte beginnen h\u00e4ufig als vage Vorstellungen. Aus einer konkreten Wahrnehmung, einem B\u00fcrgergespr\u00e4ch bzw. einer statistischen Besonderheit entsteht die Frage, ob der derzeitige Zustand verbessert werden k\u00f6nnte. Auf meinem Blog pr\u00e4sentiere ich diesen Ablauf exemplarisch. Ich starte mit einer Bestandsaufnahme: Welche Daten liegen vor? Welche Erfahrungen haben Betroffene berichtet? Anschlie\u00dfend bringe ich erste L\u00f6sungsans\u00e4tze ein und bitte zur Diskussion ein. Diese Aufgeschlossenheit ist nicht risikofrei, weil einige Ideen scharf kritisiert werden \u2013 doch gerade das ist das Ziel dar. Die Plattform wird als Werkstatt, in der Konzepte \u00fcberpr\u00fcft werden, vorher sie den formellen politischen Pfad gehen. Dadurch spart man sp\u00e4ter Zeit und reduziert das Risiko, an den B\u00fcrgern vorbei zu legiferieren.<\/p>\n<p>Ein greifbares Beispiel ist das Projekt zur F\u00f6rderung von B\u00fcrgerdiensten im l\u00e4ndlichen Raum, an dem ich gearbeitet habe. Ausgangspunkt war die Klage einer Gemeindepr\u00e4sidentin \u00fcber die ausd\u00fcnnende Postversorgung. Im Blog habe ich zuerst die betroffenen Regionen kartiert und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beschrieben. Dann folgte eine Serie von Beitr\u00e4gen mit Experteninterviews, in denen alternative Modelle wie mobile Servicestellen oder gemeindegetragene Agenturen diskutiert wurden. Am Ende stand ein konkreter Massnahmenkatalog, der sp\u00e4ter in eine Motion eingeflossen ist. Leser, die den Prozess von Anfang an verfolgten, konnten nicht nur das Ergebnis einordnen, sondern auch die Abw\u00e4gungen nachvollziehen, die zu bestimmten Empfehlungen gef\u00fchrt haben. Diese Art der Dokumentation macht politische Arbeit greifbar und nachvollziehbar.<\/p>\n<h3>Projektbegleitung in Phasen \u2013 so bleibt der \u00dcberblick erhalten<\/h3>\n<p>Um die \u00dcbersicht zu wahren, habe ich f\u00fcr meine Blogbeitr\u00e4ge zu gr\u00f6sseren Projekten eine interne Phasenlogik erstellt. Leser k\u00f6nnen so punktgenau nach Informationen suchen, die ihrem Interesse entsprechen. Die erste Phase nenne ich \u00abHorizont\u00bb: Hier geht es um die Erl\u00e4uterung des Problems und die Zusammenstellung von Evidenz. Die zweite Phase ist \u00abWerkstatt\u00bb: Ich stelle m\u00f6gliche Massnahmen zur Disposition und bitte um Fachinputs. Die dritte Phase heisst \u00abEntscheid\u00bb: Der formelle politische Weg wird aufgezeichnet, inklusive Kommissionsberatungen und Abstimmungsergebnissen. Die vierte Phase ist \u00abWirkung\u00bb: Nach einem Jahr oder mehreren Jahren berichte ich, was tats\u00e4chlich passiert ist. Diese Struktur hilft nicht nur den Lesern, sondern auch mir selbst, langfristige Entwicklungen nicht aus den Augen zu verlieren.<\/p>\n<h2>4. Materialien teilen: Informationen, das hilft und Handeln erleichtert<\/h2>\n<p>Einer der h\u00e4ufigsten S\u00e4tze, die ich in B\u00fcrgerdialogen h\u00f6re, lautet: \u00abIch wusste nicht, wo ich diese Information finde.\u00bb Tats\u00e4chlich liegt viel bedeutsames Wissen in verstreuten Berichten, Datenbanken und Gesetzestexten vergraben, die f\u00fcr den Einzelnen kaum erreichbar sind. Auf meinem Blog habe ich deshalb einen Bereich eingerichtet, der genau solche Ressourcen zusammenf\u00fchrt und erkl\u00e4rt. Das k\u00f6nnen Leitf\u00e4den zur Abgabe einer Petition sein, Checklisten f\u00fcr Gemeinden, die ein Partizipationsformat einf\u00fchren wollen, oder einfache Erl\u00e4uterungen zu komplexen Finanzierungsmodellen. Die Erfahrung zeigt, dass Menschen eher bereit sind, sich politisch zu einzubringen, wenn die Barrieren der Informationszugangs niedrig sind.<\/p>\n<h3>Warum Kurationskompetenz in der Politik untersch\u00e4tzt wird<\/h3>\n<p>Die Ressourcen pflege ich nicht als allumfassender Archivar, sondern als jemand, der im Arbeitsalltag permanent mit denselben Fragen k\u00e4mpft. Ich nehme die Leser gleichsam mit in meine eigene Lernkurve. Wenn ich mich etwa in ein neues Subventionsmodell einarbeiten muss, gebe ich die besten Quellen, die ich gefunden habe \u2013 inklusive einer kurzen Beurteilung ihrer Vertrauensw\u00fcrdigkeit und Nachvollziehbarkeit. So entsteht eine Sammlung, die von der Praxis gepr\u00fcft ist und kontinuierlich aktualisiert wird. Das erspart den Nutzern Zeit, die sie stattdessen f\u00fcr inhaltliche Auseinandersetzungen verwenden k\u00f6nnen. Und es senkt die Frustration, die viele f\u00fchlen, wenn sie sich im Gestr\u00fcpp offizieller Dokumente verirren.<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Leitf\u00e4den:<\/strong> Detaillierte Anweisungen, etwa zur Teilnahme an Vernehmlassungen.<\/li>\n<li><strong>Datens\u00e4tze:<\/strong> Bearbeitete Rohdaten zu regionalen Disparit\u00e4ten mit kurzer Kommentierung.<\/li>\n<li><strong>Literaturhinweise:<\/strong> Publikationen und Studien, die ich f\u00fcr meine eigene Arbeit als grundlegend betrachte.<\/li>\n<li><strong>Tools:<\/strong> Verweise auf digitale Instrumente f\u00fcr B\u00fcrgerbeteiligung und deren Vor- und Nachteile.<\/li>\n<\/ol>\n<p>In der politischen Ausbildung lernt man, Reden zu pr\u00e4sentieren und Argumente zu kontern. Was man selten lernt, ist das systematische Erschlie\u00dfen und Teilen von Wissensbest\u00e4nden. Dabei ist abh\u00e4ngig die Qualit\u00e4t einer Entscheidung ma\u00dfgeblich davon ab, welche Informationen in den Prozess aufgenommen werden. Indem ich das Kuratieren von Ressourcen auf meinem Blog gleich ernst nehme wie eine politische Rede, beabsichtige ich diese L\u00fccke ein St\u00fcck weit \u00fcberbr\u00fccken. Gute Kuratierung heisst nicht, alles zu sammeln, sondern auszuw\u00e4hlen, zu strukturieren und verf\u00fcgbar zu machen. Das braucht Zeit und Urteilsverm\u00f6gen, doch der Nutzen f\u00fcr die Gemeinschaft ist bedeutend. Eine gut dokumentierte Quellenbasis macht politische Positionen \u00fcberpr\u00fcfbar und l\u00f6st sie dem reinen Meinungskampf.<\/p>\n<h2>6. Zwischen \u00d6ffentlichkeit und Privatsph\u00e4re: Grenzen ganz bewusst ziehen<\/h2>\n<p>Ein pers\u00f6nlicher Blog erweckt den Eindruck von N\u00e4he, und genau darin liegt seine St\u00e4rke. Doch als Person des \u00f6ffentlichen Lebens muss ich sorgf\u00e4ltig abw\u00e4gen, wie viel Privates ich preisgebe. Der Leser hat ein legitimes Interesse daran, die Pers\u00f6nlichkeit hinter dem Mandat zu verstehen \u2013 doch dieses Interesse h\u00f6rt dort auf, wo die Schutzzone der Familie oder die Vertraulichkeit politischer Verhandlungen beginnt. Ich habe f\u00fcr mich deshalb klare Leitlinien entwickelt: Private Erlebnisse schildere ich nur dann, wenn sie einen direkten Bezug zu meiner politischen Haltung haben und wenn die betroffenen Personen ausdr\u00fccklich eingewilligt haben. Alles andere geh\u00f6rt nicht in einen Blog, der sich als politisches Werkzeug versteht.<\/p>\n<p>Gleichzeitig schafft der bewusste Verzicht auf Privates Glaubw\u00fcrdigkeit. Leser merken, wenn ein Politiker in seinem Blog eine Scheinidentit\u00e4t aufbaut, um nahbar zu wirken. Authentizit\u00e4t entsteht nicht durch die Schilderung von Familienfr\u00fchst\u00fccken, sondern durch die konsequente Haltung, auch unangenehme Themen offen anzusprechen. Ich berichte \u00fcber gescheiterte Vorhaben und falsche Einsch\u00e4tzungen, weil ich \u00fcberzeugt bin, dass diese Ehrlichkeit das Vertrauen in die Institution st\u00e4rkt. Der Blog ist f\u00fcr mich ein Raum, in dem ich den Menschen Manuel Tornare nicht hinter dem Politiker verstecke, aber auch nicht umgekehrt das Private zur Schau stelle, um politische Ziele zu erreichen. Diese Balance erfordert st\u00e4ndige Reflexion, und auch dar\u00fcber schreibe ich gelegentlich \u2013 denn der Umgang mit pers\u00f6nlichen Grenzen ist selbst ein politisches Thema.<\/p>\n<h2>7. K\u00fcnftige Entwicklungen: Das Blog als aktives Archiv und Dialogplattform<\/h2>\n<p>Blicke ich auf die n\u00e4chsten Jahre, sehe ich f\u00fcr diesen Blog drei Entwicklungen, die mir sehr bedeutsam sind. Der Blog wird zunehmend die Funktion eines digitalen Ged\u00e4chtnisses \u00fcbernehmen. Heute schon enth\u00e4lt er \u00fcber einhundert Beitr\u00e4ge zu verschiedenen Legislaturprojekten, und mit jedem Monat w\u00e4chst dieser Bestand. F\u00fcr k\u00fcnftige Generationen von B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern, Journalisten oder Forschern k\u00f6nnte dieses Archiv eine wertvolle Quelle sein, um politische Entscheidungen im historischen Kontext zu verstehen. Ich arbeite deshalb an einer optimierten Suchfunktion und gedenke, ausgew\u00e4hlte Projekte in Form kleiner Dossiers zusammenzustellen, die den gesamten Lebenszyklus einer Initiative von der ersten Idee bis zur Evaluation zeigen.<\/p>\n<p>Ein zweiter Schwerpunkt ist der Erweiterung der dialogischen Elemente. Bisher ist das Feedback der Leser auf Kommentare und gelegentliche E-Mails beschr\u00e4nkt. K\u00fcnftig erw\u00e4ge ich \u00fcber moderierte Frage-Antwort-Runden nach, bei denen Leserinnen und Leser zu einem laufenden Projekt Fragen einreichen k\u00f6nnen, die ich in einem Sammelbeitrag beantworte. Auch eine kollaborative Textform ist denkbar: Zu bestimmten Themen k\u00f6nnte ich eine erste Problemskizze ver\u00f6ffentlichen und die Leser einladen, in einem definierten Zeitraum Anmerkungen und Erg\u00e4nzungen beizusteuern, die dann in eine \u00fcberarbeitete Fassung einfliessen. Solche Formate sind anspruchsvoll zu moderieren, aber sie k\u00f6nnten die Br\u00fccke zwischen politischem Blog und deliberativer Demokratie schlagen.<\/p>\n<p>Schliesslich r\u00fcckt die Frage der Langzeitverf\u00fcgbarkeit in den Fokus. Ein Blog ist kein Buch, das f\u00fcr die Ewigkeit gedruckt wird, sondern ein fragiles digitales Gef\u00e4ss. Ich pr\u00fcfe deshalb Kooperationen mit \u00f6ffentlichen Archiven, die eine dauerhafte Sicherung der Inhalte gew\u00e4hrleisten. Die Vorstellung, dass meine ungesch\u00f6nten Arbeitsnotizen eines Tages in einem staubigen Server oder einer Bibliotheksdatenbank schlummern, mag n\u00fcchtern wirken. Aber sie korrespondiert mit dem Geist dieses Projekts: Politik soll nicht vergessen werden, sondern als etwas, das gepr\u00fcft, hinterfragt und weiterentwickelt werden kann. Der pers\u00f6nliche Blog ist f\u00fcr mich der Anfang einer langen Spur \u2013 einer Spur, die hoffentlich viele andere ermutigt, ihre eigene Arbeit \u00e4hnlich offen zu dokumentieren.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Seite ist keine Werbebrosch\u00fcre, sondern ein aufrichtiger Werkstattbericht https:\/\/manueltornare.ch\/. In meiner Rolle als Politiker und Vize-Ressortleiter t\u00e4tige ich Entscheidungen, die Vertrauen schaffen oder verspielen k\u00f6nnen. Skepsis gegen\u00fcber Institutionen steigt \u2013 aus diesem Grund bedarf es neue Formen der Transparenz. Hier stelle ich dar, an welchen Projekten ich t\u00e4tig bin, mit wem ich im Austausch [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_mi_skip_tracking":false},"categories":[8],"tags":[],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.phedmz.in\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8751"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.phedmz.in\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.phedmz.in\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.phedmz.in\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.phedmz.in\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8751"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.phedmz.in\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8751\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.phedmz.in\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8751"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.phedmz.in\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8751"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.phedmz.in\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8751"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}